Kategorie F: Spezial-Bügelgeräte
Category  F: Special implements used for fashion of bygone days
Letztes Update/Last update: 21.01.01

Die wechselnden Moden und die Vielfalt früherer Trachten brachten es mit sich, dass spezielle Bügeleisen bzw. –geräte entwickelt wurden. Mit Hilfe dieser Spezialeisen konnte man Hauben, Rüschen, Bänder oder Kragen (und andere Details) in eine bestmögliche Form bringen.

F1 ) Die Verwendung von Toll-Eisen (goffering irons) geht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Die zigarrenförmigen Toll-Eisen wurden meist dafür benutzt, die damals in Mode gekommenen Kragen- und Manschetten-Rüschen  in Form zu bringen. Für die seiner Zeit ebenfalls aufkommenden "Mühlstein"-Kragen wurden überwiegend so genannte Tollstäbe benutzt. Es gibt aber auch Tollbretter und Kräuselscheren für Zierbänder und Trachtenhauben. Als Materialien wurden Holz (selten), Messing, Schmiede- und Gusseisen verwendet.

F2 ) Plissiergerät (fluting irons) kamen im 19. Jahrhundert auf. Als Materialien findet man (Plissierbretter), Gusseisen und Messing. Speziell in den USA wurden viele Patente für die unterschiedlichsten Plissiergeräte erteilt.

F3 ) Die wegen ihrer Form so genannten Ei-/Pilz-Eisen (ball, mushroom, egg irons) dienten dem Bügeln und Aufbauschen von Puffärmeln (hat nichts mit gewissen Etablissements zu tun, sondern mit Mode). Die Kleider- oder Blusenärmel wurden über die meist als Standgeräte verwendeten Eisen gezogen, um die in Schulterhöhe befindlichen Puffen perfekt zu bearbeiten.

F4 ) Ende des 19. bis weit ins 20. Jahrhundert wurde das Stärken von Hemden und Kragen mit Reisstärke und anschliessendem Glanzbügeln sehr beliebt. So wurden spezielle Glanzbügeleisen (polishing irons) entwickelt, aber auch normale Eisen erhielten eine rückwärtige abgerundete Glanzbügelkante. – Millionen von Männern waren damals sicherlich jeden Abend froh, wenn sie die auch "Vatermörder" genannten steifen Kragen, die ihnen den Hals wund scheuerten, ablegen konnten.

F5 ) Blumen- und Blatt-Eisen (flower irons) dienten der Herstellung (durch Pressen) von künstlichen Blumen und Blättern. Für Modeschöpfer und Hutmacher des 19. Jahrhunderts (bis weit ins 20. Jhd.) waren sie unverzichtbares Handwerkszeug. Als Material wurde für das eigentliche Eisen Gusseisen, für das Gegenstück Messing verwendet.

F6 ) In der Rubrik "sonstige Spezialeisen"   sind nicht so häufig vorkommende Arten wie Handschuh-, Schuhmacher-, Ärmel- u.a. Eisen (glove, shoemaker, sleeve irons) erfasst.